Geschichte

Geschichtliche Entwicklung des FC St.Johann und des Flugplatzes St.Johann

Die erste Gründungsversammlung für den Verein “Segelfliegerclub St. Johann in Tirol” erfolgte im Dezember 1935 im Gasthof Mauth in St. Johann. Das Protokollbuch beginnt mit dem Satz “Mit Gott- Dezember 1935″. Erstellt wurde dieses erste Protokoll vom damals zum Schriftführer gewählten Andreas Mariacher. Zum ersten Obmann wurde Hans Gausch, zum Stellvertreter wurde Ferdinand Schindler und zum Fluglehrer wurde Josef Haggenmüler gewählt. Von Josef Haggenmüller wurde auch das erste Segelflugzeug gebaut, welches auf den Namen “Seinihonns 1″ (Anmerkung: Umgangssprachliche Bezeichnung für “St.Johann”) getauft wurde. Die Taufe erfolgte damals unter Teilnahme der Bevölkerung am Hauptplatz in St.Johann. Aufgrund des 2. Weltkrieges löste sich die Gruppe auf, wobei jedoch auch während der Kriegsjahre im damaligen alten Schießstandgebäude (heute Alpinheim) eine Modellbauwerkstätte betrieben wurde. Aus dieser Modellbaugruppe gingen schließlich aber wieder einige Segelflieger hervor.
Noch während der französischen Besatzungszeit kam es am 26. Oktober 1952 abermals zur Neugründung einer Segelfliegergruppe, zu dessen Obmann damals Hans Applet gewählt wurde. Es wurde sofort der Bau eines eigenen Segelflugzeuges in Angriff genommen. Der Einsatz der damaligen Mitglieder war zwar sehr groß, jedoch scheiterte das ganze Unternehmen schließlich leider am bestehenden Geldmangel sowie am Fehlen eines geeigneten Geländes.
In dieser Entwicklungsphase stieß Jakob Riedmann, der bereits in Innsbruck im Flugsport tätig war, zum Segelfliegerclub St. Johann, und stand in Folge dem ambitionierten, jedoch noch unerfahrenen Vorstand mit Rat und Tat zur Seite und verhalf somit dem Verein auf den Weg in die Zukunft. Sichtbar zum Ausdruck kam dies in den erfolgreichen Pachtverhandlungen für ein Fluggelände. In die Obmannschaft des damaligen Obmanns Siegfried Zobler fiel auch noch die Antragstellung auf Erteilung einer Zivilflugplatzbewilligung. Nachfolger als Obmann von Siegfried Zobler wurde 1961 Dr. Hans Raffl. Seine wesentliche Aufgabe war es, den Abschluss für eine Betriebsaufnahmebewilligung herbeizuführen. Dies erwies sich als sehr schwieriges Unterfangen, welches von Dr. Hans Raffl aber dennoch realisiert werden konnte.
Im Oktober 1962 wurde dann Fritz Reiter, Mechanikermeister, zum Obmann des Vereins gewählt. Unter seiner Obmannschaft gelang es, noch bestehnde Schwierigkeiten zu meistern und somit den Verein zu stabilisieren. Der Verein kaufte u.a. ein eigenes Motorflugzeug, ebenso war es Fritz Reiter möglich, für den Verein ein Grundstück zu erwerben um darauf einen eigenen Hangar inkl. Fliegerstüberl und Flugsicherungsräumlichkeiten zu errichten. Geeignetes Trinkwasser für das neu errichtete Flugplatzgebäude bekam man durch den Schlag eines Tiefenbrunnens bis 25 Meter Tiefe, allerdings erwies sich das Heranführen von Strom und Kanalisation aufgrund der großen Entfernungen die es zu Überwinden galt als schwierige Aufgabe.
Da das Interesse am Flugsport sowie dem Fliegen im Allgemeinen immer größer wurde, bot sich eine Rundflugeinrichtung, die vom Verein dann auch gegründet wurde, förmlich an. Da man auch von höherer Stelle erkannte, dass das öffentliche Interesse – speziell betreffend Fremdenverkehr – groß ist, wurde die Flugsicherungsstelle um eine Zoll- und Passkontrollstelle erweitert, womit nun auch Gäste vom Ausland direkt nach St. Johann fliegen konnten. Zu den unterschiedlichsten Veranstaltungen im Großraum St. Johann – Kitzbühel kamen auch interessante bzw. bekannte Gäste wie Herbert von Karajan, Franz Josef Strauß, Yul Brynner, Guido Baumann, Jacky Ickx, Niki Lauda und Caroline von Monaco, um nur einige zu nennen.
Auf dem Segelflugsektor tat sich sehr viel, wurde doch in den Anfangsjahren eine eigene Segelflugschule eingerichtet. Diese übernahm schließlich der, als Betriebsleiter vom Club in Anstellung genommen, talentierte Reinhard Haggenmüller. Haggenmüller wurde ein Ass im Segelflug, was zu guten Platzierungen bei Weltmeisterschaften und bei Staatsmeisterschaften führte.
Mit 4. März 1969 übernahm Paul Stöckel die Geschicke des Fliegerclubs in dessen Zeit die Befestigung der Piste, sowie Anbau der Werkstätte und Vergrößerung des Flugsicherungsraumes fielen.
Am 14. und 15 Juni 1975 konnte diese Anlage mit einem Flugplatzfest offiziell in Betrieb genommen werden. Es sprach sich in Fliegerkreisen schnell herum, dass St. Johann einen der schönsten Sportflugplätze hat. Da durch den Segelflugbetrieb in den Vorjahren viele Gäste hierher kamen, um einen Segelfliegerurlaub zu machen, konnten die Nächtigungen auf ca. 4.000 im Jahr erhöht werden. Obwohl es Gegner des Flugplatzes gab und gibt -es sind in Wirklichkeit wenige- musste dem Flugplatz im Sinne des Fremdenverkehrs sehr viel positives zugeordnet werden.
Im März 1979 übernahm Anton Werner die Obmannstelle, in dessen zeit die Errichtung eines Betriebsleiterraumes, sowie der Ausbau eines Sitzungszimmers und zum Teil eine Erneuerung des Flugzeugparkes fällt. Nach langjähriger Tätigkeit legte Werner im Jahre 1996 sein Amt als Obmann nieder. Als sein Nachfolger wurde Georg Schuster ernannt.
Der Fliegerclub besitzt heute 9 Segelflugzeuge, 2 Motorsegler, 2 Motormaschinen, eine Werkstatt samt Hangar, ein Gastlokal mit ca. 40 Sitzplätzen und der dazu notwendigen vollen Gasthauskonzession. Wenn man bedenkt, dass im Jahre 1960 bei null angefangen wurde, so muss man neidlos anerkennen, dass bei diesem Verein ständig unter großem persönlichen Einsatz Aktivitäten gesetzt wurden. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass die ganze Anlage mit Geräten behördlich abgesegnet sind.